Giorgio Maggi feiert ersten Junior-Podesterfolg im ADAC GT Masters

Giorgio Maggi hätte kaum besser in die zweite Hälfte der ADAC GT Masters-Saison 2018 starten können. Auf dem Nürburgring fuhr der talentierte Schweizer im Samstagsrennen auf den sechsten Platz. Dadurch standen er und sein Honda Team Schubert Motorsport Teamkollege Christopher Dreyspring gleichzeitig zum ersten Mal auf dem Junior-Podium.

Es war zudem die erste Punkteausbeute für den rund 550 PS starken Honda NSX GT3, der in diesem Jahr sein Debüt im 35 Rennwagen starken Starterfeld gibt. Maggi und Dreyspring rückten wegen einer nachträglichen Strafe für den Sechstplatzierten um eine Position nach vorne. Den wohlverdienten Pokal und damit Platz drei in der Wertung für Neueinsteiger im ADAC GT Masters erhielt Maggi vor dem Rennen am Sonntag.

Das junge Duo hatte schon im Training am Freitag mit Platz vier sein Potenzial gezeigt. Für das Samstagsrennen qualifizierte sich der Honda NSX GT3 auf dem zwölften Platz im äußerst konkurrenzfähigen Starterfeld. Maggis Teamkollegen Dreyspring fehlten nur 0,363 Sekunden zur Pole Position.

Nach dem bislang besten Qualifying-Ergebnis im ADAC GT Masters lieferten Maggi und Dreyspring vor mehr als 20.000 Zuschauern eine tadellose Leistung ab. Maggi übernahm den japanischen Supersportler auf Platz acht und verbesserte sich in der Folge auf die siebte Position. Damit bereitete der 20-Jährige den Weg für das spätere Junior-Podium.

Nach dem großen Erfolg am Samstag blieb dem Honda Team Schubert Motorsport im Sonntagsrennen ein weiteres Top-Ergebnis verwehrt. In Folge eines schwierigen Qualifyings und Startplatz 31 kamen Maggi und Dreyspring nicht über den 23. Rang hinaus. Die große Aufholjagd mit acht Platzgewinnen war lediglich Schadensbegrenzung nach der starken Performance am Vortag.

Für Maggi geht es in zwei Wochen weiter im ADAC GT Masters. Auf der Traditionsstrecke von Zandvoort in den Niederlanden (17. bis 19. August) steigt das fünfte von sieben Rennwochenenden in der ‚Liga der Supersportwagen‘. Maggi startet zum ersten Mal mit einem GT3-Rennauto auf dem anspruchsvollen Dünenkurs.

Fünf Fragen an Giorgio Maggi

Giorgio, herzlichen Glückwunsch zu deinem besten Ergebnis im ADAC GT Masters! Zufrieden?
Grundsätzlich bin ich nie zufrieden, solange wir das Rennen nicht gewinnen. Ich muss aber schon sagen, dass Platz sechs ein tolles Ergebnis war. Für das Team war es eine Erleichterung und eine super Belohnung für all die harte Arbeit der vergangenen Monate. Wir hatten immer viel Potenzial, aber meist auch ein bisschen Pech. Diesmal lief es wirklich gut. Wir sind ein sauberes Rennen gefahren und hatten eine extrem starke Pace.

Du hast das Auto im Rennen zur zweiten Rennhälfte übernommen. Wie lief es aus deiner Sicht?
Der Boxenstopp war wirklich gut. Ich kam als Achter auf die Strecke zurück und fuhr hinter einem Mercedes und vor einem Porsche. In den ersten Runden musste ich hart kämpfen, es war ein ständiges Hin und Her gegen diese Fahrer, die viel mehr Erfahrung im GT3-Auto haben als ich. Ich gebe zu: In diesen Runden habe ich ganz schön geschwitzt! Dann kam auch noch eine Safety-Car-Phase. Mein Re-Start verlief nicht perfekt, dennoch konnte ich mich um eine weitere Position verbessern und kam schließlich als Siebter ins Ziel.

Hatte sich vor dem Rennwochenende am Nürburgring angedeutet, dass ihr so stark sein würdet?
Ehrlich gesagt: Nein. Der offizielle Test am Donnerstag war nicht so gut. Das Setup war zu Beginn nicht optimal. Das ist aber auch kein Wunder, schließlich waren wir zum ersten Mal mit dem Honda NSX GT3 auf dem Nürburgring unterwegs. Deshalb möchte ich dem Team ein ganz großes Lob aussprechen. Den Jungs ist es innerhalb kürzester Zeit gelungen, ein sehr gutes Setup fürs Wochenende herauszuarbeiten. Da sieht man mal wieder, dass wir zwar ein junges, aber sehr ambitioniertes Team sind. Ich bin sicher, dass es in den nächsten Rennen genauso weitergeht.

Nach dem Erfolg am Samstag konntet ihr im Sonntagsrennen nicht an die Performance anknüpfen. Was war los?
Am Sonntag steckte irgendwie der Wurm drin. Wir müssen jetzt genau analysieren, was im Qualifying nicht funktionierte. Startplatz 31 war nicht ansatzweise das Ergebnis, mit dem wir gerechnet hatten. Von hinten war es im Rennen dann schwierig, weit nach vorne zu fahren. Mehr als der 23. Platz war leider nicht drin. Im Vergleich zum Samstag fehlte uns die Pace und wir hatten mehr mit dem Auto zu kämpfen. Daraus müssen wir nun unsere Schlüsse ziehen und beim nächsten Rennen gestärkt daraus hervorgehen.

Zum nächsten Rennwochenende geht es nach Zandvoort. Du fährst dort zum ersten Mal mit einem GT3-Auto. Was erwartest du in den Niederlanden?
Zandvoort kenne ich nur aus meiner ersten Saison im Formelsport. Die Strecke in einem schnellen GT3-Auto zu fahren, ist natürlich eine ganz andere Geschichte. Ich freue mich schon auf Zandvoort, das ist eine wirklich coole Strecke mit einer ganz speziellen Charakteristik. Zum anspruchsvollen Layout kommt der Sand auf der Strecke, der das Fahren noch kniffliger macht. Eine tolle Herausforderung für einen Rennfahrer!