Aufschlussreiches Wochenende für Giorgio Maggi auf dem Red Bull Ring

Die Lernkurve von Giorgio Maggi im hart umkämpften ADAC GT Masters zeigt klar nach oben. Der junge Schweizer fuhr bei der dritten Saisonstation auf der Formel-1-Strecke in Spielberg nicht nur sein bis dato bestes Qualifying, sondern erzielte zusammen mit Christopher Dreyspring auch das bislang beste Rennergebnis. Zudem sammelten die beiden ihre ersten Punkte in der Juniorwertung.

Das Duo vom Honda Team Schubert Motorsport fuhr im ersten Rennen auf dem Red Bull Ring auf Rang 17 und verpasste die Punkteränge nur um sechs Sekunden. Ein weiteres Highlight der beiden Neulinge war der elfte Platz im zweiten Freien Training in einem Feld von 35 Supersportwagen.

Im zweiten Rennen am Sonntag wurde Maggi aufgrund einsetzenden Regens vor eine große Herausforderung gestellt. Ohne Erfahrungswerte musste er entscheiden, ob und wenn ja wann es Sinn macht, auf Regenreifen zu wechseln. Maggi bog an die Box ab und ließ Regenreifen aufziehen. Diese Wahl ging leider nicht ganz auf, denn viele Konkurrenten blieben auf Slicks draußen. So reichte es am Ende nur zu Rang 26. Nun verfügt er aber für das nächste Rennen bei wechselhaften Bedingungen über erste Erfahrungen.

Diese könnte er bereits beim vierten Saisonlauf des ADAC GT Masters auf dem Nürburgring gebrauchen, denn die Strecke in der Eifel ist für Wetterkapriolen bekannt. Maggi greift vom 3. bis 5. August wieder ins Lenkrad des Honda NSX GT3.

Mit Platz 17 im ersten Rennen ist euch das bislang beste Ergebnis eurer Debütsaison gelungen!
Das Rennen hat extrem viel Spaß gemacht. Es war toll, mit prominenten Fahrern wie DTM-Pilot Jamie Green zu kämpfen. Christopher hatte einen guten Start und hat uns von Position 16 auf 14 nach vorne gebracht. Der Fahrerwechsel lief reibungslos. Als ich auf die Strecke fuhr, befand ich mich gleich in einem Kampf mit einem Konkurrenten. Leider war er etwas schneller und kam daher an mir vorbei. Danach war ich in weitere Positionskämpfe verwickelt. Mir ist ein cooles Überholmanöver gelungen, bei dem ich gleich zwei Konkurrenten auf einmal hinter mir gelassen habe. Gegen Ende des Rennens habe ich gemerkt, dass die Vorderreifen schon viel an Performance verloren hatten. Auch die Bremsen haben nachgelassen, daher konnte ich nicht mehr optimal durch die Kurven fahren. Ich habe Druck von hinten bekommen und einer der Konkurrenten hat mich berührt. Dadurch bin ich von einem starken zwölften Platz zurückgefallen. In der vorletzten Runde habe ich noch eine Position gutgemacht, mehr war leider nicht herauszuholen.

Im Qualifying am Sonntag hast du dein bislang bestes Ergebnis erzielt. Bist du zufrieden?
Nicht ganz. Es war schwierig. Ich habe vor allem im ersten Sektor Zeit verloren. Im zweiten und dritten Sektor war ich gut dabei, wenn auch nicht perfekt. Wenn ich meine Sektoren gut zusammengebracht hätte, wäre statt Rang 29 vielleicht Platz 18 möglich gewesen. Aber die Abstände im ADAC GT Masters sind nun einmal so eng, dass wenige Zehntel einen großen Unterschied machen.

Die wechselhaften Bedingungen im Sonntagsrennen waren für dich als Rookie Neuland. Wie bist du damit zurechtgekommen?
Es war ein chaotisches Rennen. Ich hatte gehofft, dass es von Anfang an regnet, denn dann hätte es vielleicht anders ausgesehen. Der Start lief ziemlich gut. In der zweiten Kurve habe ich dann leider viele Plätze verloren. Ich wollte innen fahren, um nicht nach außen gedrückt zu werden, stand aber innen im Stau. Als der Regen anfing, war es sehr schwierig abzuschätzen, wie viel man pushen kann. Ich hatte den Scheibenwischer auf Maximum, es hat also ordentlich geregnet. Mir als Rookie fehlt einfach die Erfahrung, mit diesem Auto auf Slicks im Regen zu fahren. Als der Regen stärker wurde, habe ich beschlossen, an die Box zu fahren und Regenreifen aufziehen zu lassen. Ich war zwei Runden früher dran als die meisten anderen, um einem Stau in der Boxengasse zu entgehen und um die Reifen vor allen anderen auf Temperatur zu bringen. Leider ist diese Taktik nicht ganz aufgegangen und wir sind zurückgefallen. Auf den Regenreifen hatte ich eine gute Pace, nur ziemlich viel Untersteuern. Dadurch habe ich nicht immer die Ideallinie erwischt.

Das nächste Rennen im ADAC GT Masters führt dich auf den Nürburgring, den du ja bereits kennst…
Ich war das letzte Mal 2017 bei der VLN dort. Leider fahren wir im ADAC GT Masters nur die Kurzanbindung. Ich freue mich schon sehr auf diese tolle Strecke. Es ist schwierig zu sagen, ob der Kurs dem Honda entgegenkommt. Vermutlich eher nicht so, denn wir wissen, dass uns schnelle Kurven liegen. Am Nürburgring dominieren jedoch mittelschnelle und langsame Kurven. Auf der anderen Seite ist das eine gute Gelegenheit, an der Abstimmung für diesen Kurventyp zu feilen.